Heute gedenken wir unserer seligen Mitschwester Maria Restituta Kafka (1894 –1943).

Schwester Restituta

Selige Maria Restituta

Hinrichtung im Wiener Landesgericht

Am 30. März 1943 wurden im Hinrichtungsraum des Landesgerichts Wien zwischen 18.00 und 18.43 Uhr 3 Frauen und 16 Männer enthauptet, unter ihnen um 18.21 Uhr Schwester Maria Restituta.

Ort der Erinnerung

In nur 45 Minuten fielen 19 Menschenköpfe – im 2-3-Minutentakt, was das Entreebild des von Checko Sterneck gestalteten Restituta-Museums veranschaulicht. Das Bild zeigt im Hintergrund das Todesinstrument, ein Fallbeil. Darüber hat der Grafiker Thomas Reinagl eine Uhr gelegt, die die Todesstunde der am 30. März Hingerichteten minutiös darstellt. Auf der Rückseite dieses Exponats finden wir den letzten Brief aus der Haft, den Schwester Restituta am 28. März 1943 geschrieben hat und der zwei Tage später, am Tag ihrer Hinrichtung, zensuriert wurde. Im Museum wird dieser familiäre und bejahende Brief in einem Hörspiel von Burgschauspieler Robert Reinagl wie ein Kommentar vorgetragen.

Brief an die Generalvikarin Sr. M. Feliziana Kammermayer, Wien, 28.3.1943 (3. Fastensonntag)

J.+M.  Liebe ehrwürdige Schwester Vikarin!

Habe Euren lieben Brief am 15.III. mit Freuden erhalten. Warte ja immer mit Sehnsucht darauf. Nur schade, dass es 4 lange Wochen dauert. Wie geht es Ihnen, liebe Schwester Vikarin, gesundheitlich? Was die Arbeit anbelangt, frage ich gar nicht, denn dies weiß ich ohnehin, dass selbe reichlich ist, da ja jetzt ein Kurs nach dem andern ist, welches noch zur gewöhnlichen Arbeit eine Drauf-Gabe gibt. Doch wenn man nur gesund ist, so arbeitet man ja vom Herzen gern. An Ihren Herrn Bruder habe ich am 12.III. besonders gedacht. Wie geht es Sr. Germana? Sr. Amanda erfreut sich wohl schon der Himmelsherrlichkeit. Sr. Kolomana für ihre lieben Zeilen vielen Dank, besonders für die Grüße von Würdigen Mutter und ihr Gedenken. Ja, ich spüre es, dass man meiner viel im Gebete gedenkt – jedem einzelnen ein innig Vergelts-Gott! Was den lieben Einsiedler betrifft, so halte ich mich stets bei ihm auf, und so bleibe ich mit all meinen Lieben vereint, was mir stets ein großer Trost ist. Nun wie lange ich noch in diesen Mauern bleiben muss? Wohl keine Sekunde länger, als mein himmlischer Vater bestimmt hat, und dies genügt. Den Berg hinan gehe ich gern, denn von dort ist es nicht mehr weit in die ewige Heimat.

Liebe Sr. Vikarin, bitte an die liebe Würdige Mutter Handkuss, viele liebe Grüße an die ehrwürdigen Assistentinnen, an Sr. Micheline, Alacoque, Bartholomäa, Adele, Admina sowie an alle, alle lieben Schwestern und alle jene Bekannten, die nach mir fragen. Freue mich schon auf den nächsten  Besuch. Die 10 Minuten sind zwar schnell um, doch so geht es halt, dass das Schöne nicht lange dauert.

Liebe Sr. Vikarin, innig Dank für alle Liebe. Bitte auch ferner meiner zu gedenken. Verbleibe in der Liebe des Gekreuzigten mit vielen lieben Grüßen

Ihre stets dankbare Sr. M. Restituta

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Restituta-Museum Glaube gegen NS-Gewalt

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